Im Feld der Literatur sind schreibende Mütter immer noch Randfiguren. Ihr Dilemma, Erwerbs- und Sorgearbeit miteinander zu vereinbaren, wird wahlweise mitleidig kommentiert, belächelt oder bestenfalls ignoriert. Für uns bilden Schreiben und Care keine Gegenpole. Sie sind ineinander verzahnt und verdanken einander die Dichte ihres Seins. Was wir brauchen, sind neue Narrative von Mutterschaft und künstlerischem Schaffen. Wir fordern Strukturen, die unser Schreiben unterstützen, statt es zu erschweren. In welchem Verhältnis stehen Sorgearbeit und künstlerische Produktion? Welche Mythen kursieren? An drei Tagen kommen wir zusammen, um darüber zu diskutieren und unsere Produktionsbedingungen als Schreibende mit Kindern gemeinsam zu sondieren.

Materialien zur Konferenz vom 18.-21. Juni 2021 sind hier zu finden.

Als vielstimmiges Kollektiv sprechen wir aus unterschiedlichen Perspektiven, die über die individuelle Erfahrung biologischer Elternschaft hinausreichen. Unser Ziel ist es, diesem Feld gesellschaftspolitisch größere Aufmerksamkeit zu verschaffen und Veränderungen – unter anderem in der literarischen Förderlandschaft – anzustoßen. Bei aller geteilten Erfahrung haben wir einen unterschiedlichen Erfahrungshorizont und einen singulären Blick auf den Komplex von Schreiben und Mutterschaft. Es gibt eben nicht eine Geschichte zu erzählen, sondern noch unendlich viele. Es geht uns darum, neue Geschichten über Autor*innenschaft und Care-Arbeit zu erzählen, Utopien zu entwickeln. Gesellschaftliche Räume und Möglichkeitsräume zu eröffnen.

Writing with CARE / RAGE wurde gegründet von: 

Lene Albrecht, Daniela Dröscher, Berit Glanz, Verena Güntner, Sandra Gugic, Elisabeth R. Hager, Kathrin Jira, Svenja Leiber, Caca Savic, Julia Wolf, Maren Wurster