Karin Gollesch-Garli

Die Initiative „Mehr für Care!“ ist eigentlich schon längst überfällig, denn Frauen in Österreich stehen ständig unter Druck und dieser hat durch die Corona-Krise extrem zugenommen. Wir leisten den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit, betreuen die Kinder zuhause, beschulen, bekochen, umsorgen und wir halten den Alltag, auch was bezahlte Sorgearbeit und Systemerhaltung betrifft, am Laufen.

6 Mrd. unbezahlte Arbeitsstunden leisten österreichische Frauen im Jahr – das sind 100 Mrd. Euro an entgangener Bezahlung. In der Corona-Krise waren es wohl noch viel, viel mehr! Und hinzu kommt der Mental-Load, also die psychische Belastung, die durch das Organisieren des Familienalltags entsteht. Aber was bekommen wir? Applaus oder nicht einmal das. Stress, Überlastung, Burn-out und Altersarmut, das sind die Folgen des Augenverschließens der Politik.

Die Initiative „Mehr für Care!“ zeigt mit dem Feministischen Konjunkturpaket vor, wie es anders geht. Sie fordert Maßnahmen, die eine gerechte Verteilung unbezahlter Sorgearbeit möglich machen, sie fordert höhere Löhne und menschlichere Arbeitsbedingungen in Gesundheit, Pflege und Bildung, denn diese Arbeit hat einen enormen gesellschaftlichen Wert. Sie fordert eine Verkürzung der Arbeitszeit bei ausreichender Bezahlung, damit eine gerechte Verteilung unbezahlter Sorgearbeit möglich wird. Deshalb engagiere ich mich für Mehr für Care!

Weitere Stimmen für Mehr für CARE!

Karin Gollesch-Garli
BHS-Lehrerin, Mutter zweier Kinder