Andrea Czak

Alleinerzieherinnen sind die Leistungsträgerinnen der Nation, die während der Corona-Krise am meisten gearbeitet haben, genauer gesagt sechs Stunden Erwerbsarbeit und neun Stunden unbezahlte Care-Arbeit. Die Krise hat ihre finanzielle Situation massiv verschlechtert. Mittlerweile lebt die Hälfte von ihnen in Armut. Gründe dafür sind große Lücken im Kindesunterhaltsgesetz, Jobverlust und Unterhaltseinbußen aufgrund von Arbeitslosigkeit der Kindesväter.

Seit Jahren liegt Österreich liegt Gender Pay Gap europaweit seit Jahren an den letzten Stellen. Die Gründe dafür sind zu wenig vorhandene Kinderbetreuungsplätze, Halbtagsarbeit aufgrund von Betreuungspflichten, selten gut bezahlte Stellen in Entscheidungspositionen und das Tragen der Hauptlast von unbezahlter Care-Arbeit. Alleinerzieherinnen geraten im Alter nicht nur in Altersarmut, auch eine Trennung bzw. Scheidung führt sie, gemeinsam mit ihren Kindern, oft von einem Tag auf den anderen in prekäre Verhältnisse.

Um Armut von Alleinerzieherinnen und ihren Kindern vorzubeugen, fordern die Feministischen Alleinerzieherinnen – FEM.A, ein angemessenes Care-Gehalt für alleinerziehende Mütter, beim dem sie sowohl kranken-, unfall- als auch pensionsversichert sind.

Weitere Stimmen für Mehr für CARE!

Andrea Czak
Verein Feministische Alleinerzieherinnen