Martina Kronsteiner

Ich komme aus dem Bereich der Pflege und als Betriebsratsvorsitzende eines Krankenhauses erlebe ich täglich, wie sehr belastet meine Kolleginnen, aber auch die Kollegen sind. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die nach wie vor besonders die Frauen betrifft, rückt immer mehr in den Hintergrund.

Warum braucht es Mehr für Care JETZT?

Vor allem in schwierigen Zeiten, wie gerade jetzt in der Pandemie, zeigen sich die sozialen Unterschiede besonders. Ob es der Handel, das Gesundheitswesen oder das Bildungswesen ist, überall dort arbeiten überwiegend Frauen und hatten im letzten Jahr bis jetzt Mehrfachbelastungen zu tragen. Es ist auch zu befürchten, dass am Ende der Gesundheits- und Wirtschaftskrise, die soziale Krise übrig bleibt, die mit aller Kraft bewältigt werden muss und da geht es nicht nur um „koste es, was es wolle“.

Was lässt dich sicher sein, dass „es anders geht“?

Es gibt genügend Beispiele, wie es anders auch funktionieren kann, man muss dafür nichts Neues erfinden. Auch die vielen Diskussionen darüber und das Bewusstmachen der Probleme in der breiten Öffentlichkeit helfen den nötigen Druck auf die Politik auszuüben, um Veränderungen herbeizuführen. Ein Beispiel ist die derzeitige Diskussion über die Pflegereform. Auch wenn sie noch nicht umgesetzt ist und noch sehr vage Ansätze laut werden, besteht Konsens darüber, dass sie für die Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems alternativlos ist.

Was willst du Frauen in Österreich zurufen?

Auch wenn es mühsam ist und viele das Gefühl entwickeln, all die Bemühungen führen nicht zum Ziel. Denken wir zurück, wir haben schon so viel erreicht und wir werden gemeinsam noch mehr erreichen. Wir haben es selbst in der Hand.

Weitere Stimmen für Mehr für CARE!

Martina Kronsteiner
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin